Köche Christoph Brand

Christoph Brand

Christoph Brand…immer Gast geblieben

Mit 37 Jahren hat Christoph Brand bereits eine ansehnliche Karriere hingelegt. Kochen ist
sein Leben, daneben gibt es für ihn nur Musik und seine kleine Familie. Zum Heiraten hatte er bisher keine Zeit.

Seinen Kochstil nennt er hessisch-asiatisch-mediterran. "Jakobsmuschel mit Vanilleblumenkohl und käsiger Polenta", "Koriander Lax" oder "Gelogener Saumagen in Blech" - Christoph Brands Rezepturen sind ebenso spektakulär wie seine äußere Erscheinung. Doch kaum zu glauben, was der Koch mit der provokanten Punkfrisur als Leibspeisen nennt: Gulasch, ein geiler Schweinebraten mit Salzkartoffeln, Spinat mit Eiern. Und "gerne von Mama".

Im Showbiz zuhause
Er hat eben viele Facetten, der Mann aus dem hessischen Fritzlar, der seine Lehrjahre in zwei kleinen Betrieben seiner Heimatstadt begann und dann im Maritim BadeHotel Bad Wildungen eine kleine Karriere hinlegte, die im Erreichen des Küchenchef-Postens mit nur 29 Jahren gipfelte. Doch für Christoph Brand war das nur eine Zwischenstation. Schon 2005 hatte er die "Fliegenden Köche" gegründet, der sympathische Caterer, der deutschlandweit für Furore sorgt und auch vor den Großen im Showbiz keine Hemmungen hat.

Musik und Kochen vereint
Jan Josef Liefers, Wir sind Helden, Pete Doherty, Juli, Jan Delay, Max Herre… sie alle wurden schon von den verrückten Fliegenden Köchen verwöhnt. Die Songtexte von Musiker Curse inspirierten die Fliegenden Köche sogar zu einem Rap-Kochbuch. "Wir haben zu jedem Lied auf der CD ein Gericht gekocht", so Brand, der sich nach seiner Maritim-Karriere mit den Fliegenden Köchen in Kassel selbständig machte. Inspirationen holt er sich immer wieder auch bei den Großen der Kochzunft. In Wirklichkeit freilich braucht Brand den Vergleich mit großen Herdkünstlern nicht zu scheuen. So tritt er regelmäßig gemeinsam mit Starkoch Stefan Marquard auf. Auch mit Mike Süsser und Heiko Antoniewicz kochte er schon.

Erfolg mit Amy
Aufsehen erregen die Fliegenden Köche auch mit Amys Weinhaus, einem temporären Restaurant im Unternehmenspark Kassel, das zuletzt vom 28. Januar bis 27. Februar 2011 seine Pforten öffnete, um die Gäste mit edlen Fünf-Gänge-Menüs zu verwöhnen. Neben der eigenen Crew stehen dabei immer auch Gastköche am Herd. Aktuell lädt Amys Weinhaus zu "Amy oben ohne." Christoph Brand erklärt: "Das ist eine Freiluftveranstaltung. Wir bauen auf der grünen Wiese eine 50 m lange weiße Tafel. Wir servieren vier Gänge und bauen noch etwas drum herum. In der Mitte der Tafel ist eine Bühne, wo Künstler auf treten. Und das alles in sommerlichen mediterranen Flair!"


Fixkosten deckeln
Eröffnet wurde Amys Weinhaus im Februar 2010 zunächst aus purer Notwendigkeit, "weil der Februar immer ein toter Monat ist, mit Angestellten ist das schwierig", so der Fliegende-Köche-Chef, der zunächst lediglich die Fixkosten deckeln wollte. "Es ist aber so erfolgreich gelaufen, dass wir es dieses Jahr wiederholt haben. Und es war noch erfolgreicher, so dass wir jetzt überlegen, ob wir es im Dezember noch einmal laufen lassen", freut sich Brand, der
das Konzept auch fürs kommende Jahr fest eingeplant hat. Das ist genau das, was man für sein Ego braucht, wenn man ein bisschen ehrgeizig ist."

Finanzen im Griff
Doch Ehrgeiz alleine ist es nicht, was Christoph Brand so erfolgreich macht. Der Mann kann auch rechnen. "Beigebracht hat man mir das in meiner Maritim-Zeit", erinnert sich der Koch an die Jahre im Großkonzern. Als Geschäftsmann nennt er sich "bodenständiger Draufgänger." Sein Stolz: "Wir haben bisher keine Schulden gemacht." Sein Credo: "Ich gebe nach wie vor nur Geld aus, das ich habe oder von dem ich weiß, dass ich es bis zum
Ende des Jahres haben werden." Dennoch empfindet Brand sich durchaus auch als Draufgänger, "weil wir versuchen, uns mit neuen Ideen im Markt zu positionieren."

So geht kochen
In der Tat sprüht der talentierte Koch nur so vor Ideen. Bisweilen ähnelt das Programm der Fliegenden Köche einer einzigen großen Dauer-Kochparty. Kochen im Varieté, Bolzplatz-Buffet, hier ein Fernseh-Dreh, da ein Foto-Shooting. Und dann wären da noch die Kochkurse, das zweite Standbein der Fliegenden Köche. Gleich zwei Kochschulen betreibt die rege Crew. Kunden wählen zwischen Kursen im schicken Kochstudio ("so ein bisschen die spießige
Version") und am Firmensitz in einer alten Fabrikhalle ("Die sind dann etwas wilder"). Neben individuell buchbaren Kochkursen gibt es auch ein regelmäßiges Kursangebot.

Auf einer Wellenlänge
All das wäre nicht möglich ohne ein eingespieltes Team. Drei Köche und zwei Verwaltungsmitarbeiter bilden die Crew. Küchenchef ist Christoph Brands Bruder Sebastian, der Basti. Bei der Einstellung von Mitarbeitern geht Brand keine Kompromisse ein. "Ich stelle nur Leute ein, die ich leiden kann. Das ist Grundvoraussetzung", so Brand. "Lieber wächst die Firma nicht. Dann bleiben wir lieber einen Schritt zurück, aber ich kann nicht mit Leuten arbeiten, bei denen sich das richtige Gefühl nicht einstellt. So sind wir alle Freunde, tatsächlich Freunde."

Qualität vor Preis
Keine Kompromisse macht Christoph Brand auch bei der Produktqualität. Seine Zulieferer wählt er sorgfältig. Der Erfolg ist ihm treu. Und das ist kein Zufall. "Du musst kochen lieben als wärst Du immer Gast geblieben", zitiert er einen Spruch aus einem Rap-Song, den er für sich abgewandelt hat. "Das ist meine Lebensphilosophie."